Wald- & Bauernhof-Spielgruppe: Natur erleben

Wald- und Bauernhof-Spielgruppe: Abenteuer für kleine Entdecker

Dein Kind liebt es, draussen zu sein? Es sammelt Steine, beobachtet Käfer, matscht in Pfützen und will am liebsten den ganzen Tag im Wald verbringen? Dann könnte eine Waldspielgruppe oder Bauernhof-Spielgruppe genau das Richtige sein. In der Schweiz gibt es ein wachsendes Angebot an naturpädagogischen Spielgruppen, die Kindern einen Rahmen bieten, in dem sie die Natur als Spielplatz und Lernraum erleben. Dieser Ratgeber erklärt dir alles, was du wissen musst — von der pädagogischen Philosophie über den typischen Ablauf bis hin zur richtigen Ausrüstung und den Kosten.


Was ist eine Waldspielgruppe?

Definition

Eine Waldspielgruppe ist eine Betreuungsform für Kinder ab ca. 3 Jahren (manchmal ab 2,5), die den Grossteil der Betreuungszeit im Wald verbringt. Es gibt keinen festen Raum — der Wald ist der Raum. Ein Waldstück mit einem festgelegten Waldplatz, einem Feuerstelle und einem Unterstand (Tipi, Blache oder einfache Waldhütte) dient als Basis. Die Kinder spielen mit dem, was die Natur bietet: Stöcke, Steine, Blätter, Matsch, Wasser, Tannzapfen.

Was ist eine Bauernhof-Spielgruppe?

Eine Bauernhof-Spielgruppe funktioniert nach dem gleichen Prinzip, nur dass der Lernort ein Bauernhof ist. Die Kinder erleben den Bauernhofalltag mit: Tiere füttern, Eier einsammeln, Gemüse ernten, Heu riechen. Oft gibt es eine Kombination aus Draussen-Zeit (Feld, Wald, Stall) und einem einfachen Innenraum (Scheune, Bauernstube).

Abgrenzung zur regulären Spielgruppe

Kriterium Reguläre Spielgruppe Waldspielgruppe Bauernhof-Spielgruppe
Ort Fester Raum (Gemeindehaus, Kita) Wald (mit Waldplatz) Bauernhof (Stall, Feld, Wald)
Drinnen/Draussen Überwiegend drinnen Fast ausschliesslich draussen Gemischt (drinnen + draussen)
Material Bastelmaterial, Spielzeug, Möbel Naturmaterialien Natur + Bauernhof (Tiere, Werkzeug)
Alter Ab ca. 3 Jahren Ab ca. 3 Jahren Ab ca. 3 Jahren
Dauer 2–3 Stunden pro Halbtag 3–4 Stunden pro Halbtag 3–4 Stunden pro Halbtag
Gruppengrösse 8–12 Kinder 8–12 Kinder 8–12 Kinder
Kosten CHF 20–30 pro Halbtag CHF 20–30 pro Halbtag CHF 20–35 pro Halbtag

Einen umfassenden Vergleich aller Betreuungsformen findest du in unserem Ratgeber Kita, Spielgruppe oder Tagesmutter: Welche Betreuung passt?.


Pädagogisches Konzept: Warum Natur so wertvoll ist

Waldpädagogik und Naturpädagogik

Waldspielgruppen und Bauernhof-Spielgruppen basieren auf den Grundsätzen der Waldpädagogik (auch Naturpädagogik oder Erlebnispädagogik). Die Kernidee: Kinder lernen am besten durch eigene Erfahrung in einer natürlichen Umgebung.

Was Kinder im Wald und auf dem Bauernhof lernen

Die Natur bietet unendlich viele Lerngelegenheiten — ohne dass du Spielzeug kaufen oder Bastelsets bestellen musst:

  • Motorik: Über Wurzeln klettern, auf Baumstämmen balancieren, Steine tragen, mit Stöcken graben. Die unebene Waldbodenoberfläche trainiert Gleichgewicht und Koordination besser als jedes Turngerät
  • Sinneswahrnehmung: Riechen (Moos, Erde, Feuer), Tasten (Rinde, Steine, Wasser), Hören (Vögel, Wind, Bach), Sehen (Lichtspiel im Wald, Tiere, Jahreszeiten)
  • Kreativität und Fantasie: Ein Stock wird zum Schwert, eine Wurzel zum Schiff, ein Erdloch zur Tierburg. Naturmaterialien sind das beste offene Spielmaterial
  • Naturwissen: Welcher Baum ist das? Welcher Vogel singt? Was frisst ein Regenwurm? Kinder entwickeln ein natürliches Verständnis für Ökologie und Zusammenhänge
  • Soziale Kompetenz: Im Wald gibt es kein Spielzeug, das man besitzen kann — alles wird geteilt. Kinder lernen Kooperation, Verhandlung und Empathie
  • Resilienz und Selbstvertrauen: Draussen sein bei Wind und Wetter stärkt die Widerstandskraft. Kinder, die im Wald spielen, lernen: «Ich kann das — auch wenn es kalt, nass oder schwierig ist»
  • Konzentration und Ruhe: Studien zeigen, dass Kinder, die regelmässig in der Natur spielen, eine bessere Konzentrationsfähigkeit und weniger Stresssymptome zeigen

Schweizer Forschung und Empfehlungen

Die Naturpädagogik wird in der Schweiz zunehmend anerkannt. Das Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI) in Zürich betont die Bedeutung von Naturerfahrungen für die frühkindliche Entwicklung. Auch der Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz empfiehlt, Kindern regelmässig Zugang zu naturnahen Spielräumen zu ermöglichen.


Typischer Ablauf einer Waldspielgruppe

Ein Halbtag in der Waldspielgruppe dauert in der Regel 3–4 Stunden. So sieht ein typischer Morgen aus:

Uhrzeit Aktivität Beschreibung
09:00 Treffpunkt Die Kinder werden am vereinbarten Treffpunkt gebracht (Waldrand, Parkplatz, Bushaltestelle)
09:15 Morgenkreis Begrüssung, Lied, Besprechung: Was machen wir heute?
09:30 Weg zum Waldplatz Gemeinsamer Spaziergang zum Waldplatz — unterwegs wird entdeckt, gesammelt, beobachtet
10:00 Znüni am Feuer Gemeinsame Zwischenmahlzeit am Feuer. Oft wird das Znüni mitgebracht, manchmal gemeinsam zubereitet (Schlangenbrot, heisser Tee)
10:30 Freies Spiel Die Kinder spielen frei: Hütten bauen, Bächlein stauen, Tiere suchen, klettern, graben
11:15 Geleitete Aktivität / Geschichte Thematische Aktivität: Tier-Spurenlesen, Schnitzmesser-Übung, Waldgeschichte, Jahreszeitenritual
11:45 Aufräumen und Abschlusslied Gemeinsames Aufräumen des Waldplatzes, Abschiedslied
12:00 Rückweg und Abholen Gemeinsamer Rückweg, Kinder werden am Treffpunkt abgeholt

Besonderheiten auf dem Bauernhof

Auf einem Bauernhof kommen spezifische Aktivitäten hinzu:

  • Tiere versorgen: Hühner füttern, Ziegen streicheln, Pony striegeln, Kaninchen beobachten
  • Garten und Feld: Gemüse ernten, Kräuter pflücken, Kompost umdrehen
  • Jahreszeitenarbeiten: Äpfel mosten im Herbst, Samen setzen im Frühling, Heu einfahren im Sommer
  • Einfache Verarbeitung: Butter schütteln, Brot backen, Saft pressen

Ausrüstung: Was braucht mein Kind?

Die richtige Kleidung ist in einer Waldspielgruppe entscheidend. Die Kinder sind 3–4 Stunden draussen — bei jedem Wetter. Hier eine jahreszeitliche Übersicht:

Kleidungsliste nach Jahreszeit

Kleidungsstück Frühling Sommer Herbst Winter
Unterwäsche Normal Normal Funktionswäsche Thermounterwäsche
Oberteil Langarm-Shirt T-Shirt Langarm + Fleece Thermoshirt + Fleece
Hose Wanderhose Leichte Hose Wanderhose Thermohose / Skihose
Jacke Softshelljacke Leichte Windjacke Regenjacke + Fleece Winterjacke (wasserdicht)
Regenschutz Regenjacke + Regenhose Bei Bedarf Regenjacke Regenjacke + Regenhose Im Skianzug integriert
Schuhe Wanderschuhe, Gummistiefel Feste Schuhe (geschlossen!) Wanderschuhe, Gummistiefel Winterstiefel (wasserdicht, warm)
Kopfbedeckung Mütze bei Kälte Sonnenhut (Pflicht!) Mütze Warme Mütze + Buff
Handschuhe Dünne Handschuhe Warme, wasserdichte Handschuhe (2 Paar!)
Extras Halstuch Sonnencreme LSF 50+ Halstuch Schal / Buff, Handwärmer

Wichtige Ausrüstungstipps

  • Zwiebelprinzip: Lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke. So kann die Betreuungsperson flexibel an die Temperatur anpassen
  • Wasserdicht und atmungsaktiv: Die äussere Schicht muss wasserdicht sein. Billige Regenjacken halten meist nicht lange
  • Keine offenen Schuhe: Im Wald sind geschlossene, feste Schuhe Pflicht — keine Sandalen, keine Crocs
  • Ersatzkleidung: Immer ein komplettes Set Ersatzkleidung im Rucksack (Unterwäsche, Socken, Hose, Oberteil)
  • Trinkflasche und Znüni: In der Regel bringen die Kinder ihr Znüni selbst mit. Finger weg von Süssigkeiten und Verpackungsmüll — Obst, Brot, Gemüsesticks, Nüsse sind ideal
  • Kein Spielzeug von zuhause: In den meisten Waldspielgruppen gilt: Die Natur bietet genug Spielmaterial. Spielzeug von zuhause bleibt zuhause
  • Rucksack: Ein kleiner, bequemer Kinderrucksack mit Brustgurt. Das Kind trägt seinen Rucksack selbst — das fördert die Selbstständigkeit

Budget-Tipp: Gute Outdoor-Kleidung für Kinder muss nicht teuer sein. In der Schweiz gibt es an vielen Orten Kinderkleiderbörsen und Online-Plattformen für gebrauchte Kleidung. Robuste Marken wie Reima, Didriksons und Polarn O. Pyret halten mehrere Kinder aus.


Wetter: Was passiert bei extremen Bedingungen?

Regen

Regen ist in der Waldspielgruppe kein Grund zum Absagen — im Gegenteil. Im Regen zu spielen gehört zu den wertvollsten Erfahrungen für Kinder. Pfützen springen, Regenwürmer beobachten, unter einem Baum Schutz suchen — das ist Abenteuer pur. Voraussetzung: Die richtige Kleidung (siehe oben).

Kälte

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt verkürzen die meisten Waldspielgruppen die Draussen-Zeit leicht. Das Feuer wird zum zentralen Element — die Kinder wärmen sich auf, trinken heissen Tee und machen Znüni am Feuer. Bei extremer Kälte (unter ca. –10 °C) kann eine Spielgruppe in Absprache mit den Eltern abgesagt werden. Viele Waldspielgruppen haben für den Notfall einen Ausweichraum (beheizter Container, Bauernhaus, Gemeindesaal).

Hitze

Bei Sommerhitze bietet der Wald einen natürlichen Vorteil: Im Wald ist es immer einige Grad kühler als auf offenem Feld. Trotzdem gelten Vorsichtsmassnahmen:

  • Sonnenhut und Sonnencreme (LSF 50+) sind Pflicht
  • Ausreichend Wasser trinken (mindestens 0,5 Liter pro Kind)
  • Aktivitäten in den Schatten verlegen
  • Bei extremer Hitze (über 35 °C) kann die Spielgruppe verkürzt oder abgesagt werden

Gewitter und Sturm

Bei Gewitter und Sturm wird die Waldspielgruppe abgesagt. Die Spielgruppenleitung informiert die Eltern in der Regel am Morgen (via SMS, WhatsApp oder E-Mail). In manchen Fällen wird auf den Ausweichraum ausgewichen. Diese Regeln sind in den meisten Waldspielgruppen klar kommuniziert und im Vertrag festgehalten.


Sicherheit: Wie wird die Aufsicht gewährleistet?

Betreuungsschlüssel

In einer Waldspielgruppe gilt — wie in regulären Spielgruppen — ein Betreuungsschlüssel von in der Regel 1 Betreuungsperson pro 6–8 Kinder. Da die Kinder im Wald mehr Bewegungsfreiheit haben, sind häufig 2 Betreuungspersonen pro Gruppe vor Ort (z. B. 1 ausgebildete Spielgruppenleiterin + 1 Assistenz).

Waldregeln

Jede Waldspielgruppe hat klare Regeln, die den Kindern am ersten Tag beigebracht werden:

  • Sichtbar bleiben: Die Kinder dürfen sich nur so weit entfernen, wie sie die Betreuungsperson noch sehen (oder hören) können
  • Pfeifsignal: Beim Pfiff der Betreuungsperson kommen alle Kinder sofort zurück
  • Nichts in den Mund: Beeren, Pilze und Pflanzen werden nicht gegessen (es sei denn, die Betreuungsperson erlaubt es ausdrücklich)
  • Stöcke und Messer: Klare Regeln für den Umgang mit spitzen Stöcken und (bei älteren Kindern) Taschenmessern
  • Feuerregeln: Sicherheitsabstand zum Feuer, kein Rennen in der Nähe des Feuers

Umgang mit Naturgefahren

Gefahr Massnahme
Zecken Lange Hosen und Ärmel, helle Kleidung. Nach der Spielgruppe: Kind am ganzen Körper absuchen. Zeckenentfernung durch die Betreuungsperson bei Bedarf (mit Zeckenzange). Impfung gegen FSME ab 6 Jahren empfohlen (in Risikogebieten ab 3 Jahren).
Bienen und Wespen Ruhe bewahren, nicht schlagen. Bei bekannter Allergie: Notfallset (EpiPen) in der Spielgruppe deponieren. Betreuungspersonen über Allergien informieren.
Giftige Pflanzen Die Betreuungsperson kennt die giftigen Pflanzen im Waldgebiet und weist die Kinder darauf hin (Eibe, Tollkirsche, Goldregen, Herbstzeitlose). Grundregel: Nichts Unbekanntes anfassen oder essen.
Fuchsbandwurm Keine bodennahen Beeren essen (Walderdbeeren, Heidelbeeren), Hände vor dem Essen waschen. Das Risiko ist gering, aber Hygiene ist wichtig.
Stürze und Verletzungen Erste-Hilfe-Set ist immer dabei. Betreuungspersonen haben eine Nothelferkurs-Zertifikation. Bei schweren Verletzungen: Rettungsdienst 144. GPS-Koordinaten des Waldplatzes sind dokumentiert.

Für welche Kinder eignet sich eine Wald-/Bauernhof-Spielgruppe?

Besonders geeignet für Kinder, die ...

  • viel Bewegungsdrang haben und gerne draussen sind
  • sich für Tiere, Pflanzen und Natur interessieren
  • kreativ und fantasievoll spielen
  • Reizüberflutung in geschlossenen Räumen zeigen (Unruhe, Konzentrationsprobleme)
  • von viel Spielzeug eher überfordert als inspiriert werden
  • gerne «matschen», graben und bauen
  • einen starken Freiheitsdrang haben

Weniger geeignet, wenn dein Kind ...

  • starke Angst vor Insekten, Dunkelheit oder unbekannten Tieren hat (kann sich aber mit der Zeit legen)
  • schwere Allergien gegen Insektenstiche hat (nur mit Notfallset und klarer Absprache)
  • eine körperliche Einschränkung hat, die das Gehen auf unebenem Gelände erschwert (individuelle Abklärung nötig)
  • sich bei Kälte und Nässe unwohl fühlt und sich kaum aufwärmen kann

Hinweis: Viele Kinder, die zunächst zögerlich sind, blühen nach wenigen Wochen im Wald auf. Kinder sind anpassungsfähiger, als wir denken. Gib deinem Kind Zeit, die Natur zu entdecken — und sei nicht überrascht, wenn es nach dem ersten Monat nicht mehr weg will.


Kosten: Was kostet eine Waldspielgruppe?

Typische Preise

Die Kosten einer Waldspielgruppe sind in der Regel vergleichbar mit einer regulären Spielgruppe:

Kostenart Betrag
Pro Halbtag (3–4 Stunden) CHF 20–30
Pro Semester (ca. 18–20 Halbtage) CHF 360–600
Pro Schuljahr (ca. 36–40 Halbtage) CHF 720–1'200
Einschreibegebühr (falls vorhanden) CHF 0–50
Materialbeitrag (jährlich) CHF 0–50

Bauernhof-Spielgruppen: etwas teurer?

Bauernhof-Spielgruppen können leicht teurer sein (CHF 25–35 pro Halbtag), da die Nutzung des Hofes und die Tierhaltung Kosten verursachen. Der Unterschied ist aber gering.

Subventionen

Spielgruppen werden in einigen Kantonen und Gemeinden subventioniert — besonders wenn sie als «frühe Förderung» anerkannt sind. Informiere dich bei deiner Gemeinde oder dem kantonalen Sozialamt. In städtischen Gebieten sind Subventionen häufiger als in ländlichen Regionen. Einen Überblick über die Regelungen in deinem Kanton findest du auf unseren Kantonsseiten.


Wo finde ich eine Waldspielgruppe oder Bauernhof-Spielgruppe?

Regional suchen

Waldspielgruppen und Bauernhof-Spielgruppen sind in der ganzen Schweiz verbreitet, besonders in ländlichen und vorstädtischen Gebieten. So findest du eine in deiner Nähe:

  • maus.kids: Auf maus.kids kannst du gezielt nach Spielgruppen in deiner Region suchen und nach Betreuungsform filtern
  • Spielgruppen-Verzeichnisse: Der Schweizerische Spielgruppen-Leiterinnen-Verband (SSLV) führt ein Verzeichnis von Spielgruppen mit Naturpädagogik-Schwerpunkt
  • Gemeinde und Schule: Deine Wohngemeinde oder die lokale Schulverwaltung kann oft Auskunft geben
  • Mundpropaganda: Frage andere Eltern in deiner Nachbarschaft — Waldspielgruppen leben stark von Empfehlungen

Anmeldung und Wartelisten

Beliebte Waldspielgruppen haben Wartelisten — besonders in städtischen Regionen wie Zürich, Bern oder Basel. Melde dein Kind frühzeitig an (6–12 Monate vor dem gewünschten Startdatum). Die meisten Spielgruppen starten im August/September (nach den Sommerferien), manche nehmen auch im Januar neue Kinder auf.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab welchem Alter kann mein Kind in eine Waldspielgruppe?

Die meisten Waldspielgruppen nehmen Kinder ab 3 Jahren auf, manche bereits ab 2,5 Jahren. Voraussetzung ist, dass das Kind selbstständig gehen kann (auch auf unebenem Gelände) und mindestens 3 Stunden ohne Eltern auskommen kann. In manchen Regionen gibt es auch Wald-Eltern-Kind-Gruppen für jüngere Kinder (ab 1,5 Jahren), bei denen ein Elternteil dabei ist.

Ist eine Waldspielgruppe auch im Winter offen?

Ja. Die meisten Waldspielgruppen laufen das ganze Jahr durch — auch im Winter. Gerade der Winter bietet besondere Erfahrungen: Schnee, Eis, Tierspuren im Schnee, Feuer machen. Voraussetzung ist die richtige Winterkleidung (siehe Kleidungsliste). Bei extremen Wetterbedingungen (Sturm, Eisregen, extreme Kälte unter –10 °C) kann eine Spielgruppe im Einzelfall abgesagt werden.

Was passiert, wenn mein Kind aufs WC muss?

In der Natur gibt es kein WC — und das ist kein Problem. Die Kinder lernen, hinter einem Busch zu «gehen». Die Betreuungsperson hat Toilettenpapier und Handdesinfektionsmittel dabei. Für den grossen Notfall gibt es auf vielen Waldplätzen ein «Wald-WC» (einfache Grube). Kinder, die noch Windeln tragen, werden auf einer Matte gewickelt.

Können Kinder mit Allergien in die Waldspielgruppe?

Grundsätzlich ja, aber es braucht klare Absprachen. Bei Insektenstich-Allergien muss ein Notfallset (EpiPen) in der Spielgruppe deponiert und die Betreuungsperson instruiert werden. Bei Nahrungsmittelallergien ist das Znüni-Thema wichtig: Was darf das Kind essen? Was nicht? Sprich offen mit der Spielgruppenleitung und gib alle Informationen schriftlich ab.

Wie unterscheidet sich eine Waldspielgruppe von einem Waldkindergarten?

Eine Waldspielgruppe ist ein freiwilliges Angebot für Kinder ab ca. 3 Jahren, typischerweise 1–2 Halbtage pro Woche. Ein Waldkindergarten ist Teil des obligatorischen Bildungssystems (ab 4 Jahren in den meisten Kantonen) und findet an 5 Tagen pro Woche statt. Der pädagogische Ansatz ist ähnlich, aber der Waldkindergarten hat einen Lehrplan und wird von ausgebildeten Lehrpersonen geführt.


Fazit: Natur als bester Spielplatz

Eine Waldspielgruppe oder Bauernhof-Spielgruppe bietet deinem Kind etwas, das kein Spielzimmer der Welt ersetzen kann: echte Naturerfahrung, Abenteuer, Freiheit und die Möglichkeit, mit allen Sinnen zu lernen. Die Kosten sind vergleichbar mit einer regulären Spielgruppe, die Ausrüstung ist überschaubar und die pädagogischen Vorteile sind durch Forschung gut belegt.

Deine nächsten Schritte

  1. Suche eine Waldspielgruppe oder Bauernhof-Spielgruppe in deiner Nähe auf maus.kids
  2. Besuche einen Schnuppermorgen — die meisten Spielgruppen bieten das an
  3. Besorge die passende Outdoor-Kleidung (Zwiebelprinzip!)
  4. Melde dein Kind frühzeitig an — beliebte Gruppen haben Wartelisten
  5. Informiere die Spielgruppenleitung über Allergien, Medikamente und Besonderheiten

Wenn du noch nicht sicher bist, welche Betreuungsform die richtige ist, lies unseren umfassenden Vergleich Kita, Spielgruppe oder Tagesmutter: Welche Betreuung passt?. Und wenn du wissen willst, wie ein typischer Kita-Tag aussieht, schau dir unseren Ratgeber Ein Tag in der Kita: Was dein Kind erlebt an.

Jetzt passende Spielgruppe finden auf maus.kids


Quellen: Schweizerischer Spielgruppen-Leiterinnen-Verband (SSLV), Bundesamt für Umwelt (BAFU) — Waldpädagogik, Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI), Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung in der Schweiz, kibesuisse Empfehlungen, kantonale Waldgesetze und Bewilligungsvorschriften. Stand: Februar 2026.

«Switzerland has one of the most expensive childcare systems in the world. Transparency on costs and availability is the first step towards better work-life balance.»

Mathias Scherer
Founder, maus.kids

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