Grosseltern als Betreuung: Vorteile & Grenzen
Oma und Opa sind die beliebtesten Betreuungspersonen der Schweiz. Rund 72 Prozent aller Grosseltern betreuen ihre Enkelkinder regelmässig — kein anderes Betreuungsmodell ist so weit verbreitet. Was viele Eltern nicht wissen: Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du die Betreuung durch Grosseltern sogar von der Steuer abziehen.
In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du wissen musst: Welche Vorteile und Risiken die Grosseltern-Betreuung mit sich bringt, wie du den Steuerabzug geltend machst, was eine faire Entschädigung ist und warum ein Kombinations-Modell mit Kita oft die beste Lösung darstellt.
Grosseltern-Betreuung in der Schweiz: Die Zahlen
Die Schweiz ist ein Land der Grosseltern-Betreuung. Die Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) und verschiedene Studien zeichnen ein deutliches Bild:
- 72 % der Grosseltern betreuen regelmässig ihre Enkelkinder
- Grosseltern leisten jährlich rund 160 Millionen Stunden unbezahlte Betreuungsarbeit
- Der geschätzte wirtschaftliche Wert dieser Leistung beträgt über 8 Milliarden CHF pro Jahr
- Im Schnitt betreuen Grosseltern ihre Enkel an 1 bis 2 Tagen pro Woche
- Grossmütter leisten dabei deutlich mehr Betreuungsstunden als Grossväter
Damit sind Grosseltern das mit Abstand verbreitetste Betreuungsmodell — noch vor Kitas, Spielgruppen und Tagesfamilien. Gerade in der Deutschschweiz ist das Modell tief verankert, während in der Romandie häufiger auf institutionelle Betreuung gesetzt wird.
Gut zu wissen: Die hohe Verbreitung der Grosseltern-Betreuung entlastet das institutionelle Betreuungssystem erheblich. Ohne diesen Beitrag wäre der Kita-Platzmangel in der Schweiz noch drastischer.
Vorteile der Betreuung durch Grosseltern
Die Betreuung durch Oma und Opa bringt zahlreiche Vorteile — für Kinder, Eltern und Grosseltern gleichermassen.
Für die Kinder
- Emotionale Bindung: Die Beziehung zu den Grosseltern ist einzigartig. Kinder profitieren von einer zusätzlichen stabilen Bezugsperson, die ihnen bedingungslose Zuneigung schenkt.
- Vertraute Umgebung: Die Betreuung findet in einem vertrauten Rahmen statt — ob bei Oma zu Hause oder bei dir daheim. Die Eingewöhnung, die in der Kita nötig ist, entfällt komplett.
- Individuelle Betreuung: Grosseltern können sich voll und ganz auf ein oder zwei Kinder konzentrieren. Die Betreuung ist deutlich individueller als in einer Kita-Gruppe.
- Weitergabe von Wissen und Tradition: Geschichten erzählen, zusammen kochen, den Garten pflegen — Grosseltern geben Wissen und Werte weiter, die in keinem Betreuungskonzept stehen.
- Sprachliche Förderung: Gerade in mehrsprachigen Familien können Grosseltern eine wichtige Rolle bei der Weitergabe der Herkunftssprache spielen.
Für die Eltern
- Maximales Vertrauen: Niemand wird dein Kind so liebevoll betreuen wie die eigenen Eltern oder Schwiegereltern. Das gibt dir ein gutes Gefühl, wenn du arbeitest.
- Hohe Flexibilität: Grosseltern sind oft flexibler als institutionelle Betreuung. Ein kurzfristiger Termin? Ein krankes Kind? Oma und Opa springen häufig ein.
- Kostenersparnis: Grosseltern betreuen in der Regel unentgeltlich oder für eine geringe Entschädigung. Im Vergleich zu Kita-Kosten von 100 bis 150 CHF pro Tag ist das eine erhebliche Ersparnis.
- Kein Betreuungsvertrag nötig: Anders als bei einer Tagesmutter oder Nanny brauchst du keinen formellen Arbeitsvertrag.
Für die Grosseltern
- Sinnstiftende Aufgabe: Viele Grosseltern geniessen die aktive Rolle im Leben ihrer Enkelkinder. Die Betreuung gibt dem Ruhestand Struktur und Bedeutung.
- Geistige und körperliche Fitness: Studien zeigen, dass Grosseltern, die regelmässig Enkel betreuen, geistig fitter bleiben und weniger unter Einsamkeit leiden.
- Enge Beziehung: Regelmässige Betreuungstage vertiefen die Beziehung zu den Enkelkindern nachhaltig.
Steuerabzug für Grosseltern-Betreuung: So funktioniert es
Eine der häufigsten Fragen von Eltern: Kann ich die Betreuung durch Grosseltern steuerlich abziehen? Die Antwort lautet: Ja — aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Die Grundlage bildet Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG (Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer) bzw. das jeweilige kantonale Steuergesetz. Die Betreuung durch Grosseltern zählt als sogenannte Drittbetreuung, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.
Voraussetzungen für den Steuerabzug
Damit die Betreuung durch Grosseltern steuerlich abzugsfähig ist, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
| Voraussetzung | Details |
|---|---|
| Erwerbstätigkeit | Mindestens ein Elternteil muss erwerbstätig sein oder in Ausbildung stehen |
| Drittbetreuung | Die Grosseltern dürfen nicht im selben Haushalt leben |
| Kind unter 14 Jahre | Das betreute Kind muss jünger als 14 Jahre alt sein |
| Nachweisbare Kosten | Es muss eine Entschädigung gezahlt werden (eine reine Freiwilligenleistung ist nicht abziehbar) |
| Dokumentation | Die Zahlungen müssen belegt werden können (Quittungen, Banküberweisung) |
Wie hoch ist der Abzug?
Der maximal abzugsfähige Betrag hängt davon ab, ob du die direkte Bundessteuer oder die Kantonssteuer betrachtest:
- Direkte Bundessteuer: Maximal CHF 25'500 pro Kind und Jahr (seit Steuerperiode 2023)
- Kantonssteuer: Der Maximalbetrag variiert je nach Kanton. In den meisten Kantonen liegt er zwischen CHF 6'000 und CHF 25'000. Einige Kantone sind grosszügiger als andere.
Nutze unseren Steuerrechner, um die konkrete Ersparnis für deine Situation zu berechnen.
Ausserhäuslich vs. im Haushalt der Eltern
Ein wichtiger Punkt, der oft für Verwirrung sorgt:
- Betreuung bei den Grosseltern (ausserhäuslich): Gilt klar als Drittbetreuung und ist abzugsfähig, sofern die anderen Voraussetzungen erfüllt sind.
- Betreuung im Haushalt der Eltern: Auch hier ist ein Abzug möglich, wenn die Grosseltern nicht im selben Haushalt wohnen und eine Entschädigung erhalten.
- Grosseltern im selben Haushalt: Wenn Grosseltern mit dir zusammenleben, gilt die Betreuung in der Regel nicht als Drittbetreuung. Der Abzug ist dann nicht möglich.
Wichtig: Die Steuerbehörden verlangen einen Nachweis, dass tatsächlich eine Entschädigung geflossen ist. Eine symbolische Zahlung reicht — aber es muss eine Zahlung dokumentiert sein. Am besten überweist du den Betrag monatlich per Banküberweisung, damit ein lückenloser Beleg existiert.
Schritt-für-Schritt: Steuerabzug geltend machen
- Vereinbare eine Entschädigung mit den Grosseltern (auch ein kleiner Betrag reicht)
- Zahle per Banküberweisung — nicht bar, damit du einen Beleg hast
- Halte die Betreuungstage fest — ein einfacher Kalender oder eine Tabelle genügt
- Trage den Betrag in der Steuererklärung ein unter «Kinderdrittbetreuungskosten»
- Lege bei Nachfrage Belege vor — Kontoauszüge, schriftliche Vereinbarung
Weitere Details zum Steuerabzug findest du in unserem ausführlichen Ratgeber Kinderbetreuung von der Steuer abziehen.
Entschädigung: Was ist fair?
Die Frage nach der Entschädigung ist heikel — schliesslich geht es um die eigene Familie. Manche Grosseltern lehnen jede Bezahlung ab, andere erwarten eine Anerkennung. Hier ein paar Orientierungspunkte:
Kein Arbeitsverhältnis
Rechtlich gesehen besteht zwischen dir und deinen Eltern / Schwiegereltern kein Arbeitsverhältnis, wenn sie die Enkel betreuen. Du bist also kein Arbeitgeber und musst keine Sozialversicherungsbeiträge abführen — solange die Betreuung auf familiärer Basis und nicht gewerbsmässig erfolgt.
Orientierungswerte für die Entschädigung
| Modell | Betrag | Eignung |
|---|---|---|
| Symbolische Anerkennung | CHF 20–50 pro Tag | Für Grosseltern, die keine Bezahlung wollen, aber du den Steuerabzug nutzen möchtest |
| Aufwandentschädigung | CHF 50–100 pro Tag | Deckt Verpflegung, Ausflüge, Material — die häufigste Variante |
| Marktnahe Entschädigung | CHF 100–150 pro Tag | Orientiert sich an Tagesmutter-Tarifen — eher selten bei Grosseltern |
| Kein Geld, aber Gegenleistung | — | Stattdessen: Ferien zahlen, Restaurantbesuche, Geschenke, praktische Hilfe |
Tipps zur Entschädigung
- Sprich das Thema offen an. Viele Grosseltern fühlen sich unwohl, Geld von den eigenen Kindern zu nehmen. Betone, dass es eine Anerkennung ist — kein Lohn.
- Decke zumindest die Auslagen. Essen, Ausflüge, Bastelmaterial — die Kosten summieren sich. Eine pauschale Aufwandentschädigung ist das Mindeste.
- Denke an den Steuerabzug. Auch eine bescheidene Entschädigung von CHF 100 pro Monat ermöglicht dir bereits den Steuerabzug.
- Finde kreative Lösungen. Statt Bargeld könntest du den Grosseltern eine Reise schenken, Restaurantgutscheine besorgen oder regelmässig für sie einkaufen.
Generationenkonflikte vermeiden: Klare Absprachen
So schön die Grosseltern-Betreuung auch ist — sie birgt Konfliktpotenzial. Unterschiedliche Erziehungsvorstellungen, unklare Erwartungen und fehlende Grenzen führen immer wieder zu Spannungen. Hier ist Prävention besser als Konfrontation.
Typische Konfliktherde
- Ernährung: Du achtest auf zuckerfreie Snacks — Oma gibt Schoggi und Guetzli
- Bildschirmzeit: Du begrenzt Tablet und TV — Opa lässt den Fernseher laufen
- Schlafzeiten: Du hast feste Schlafrituale — die werden bei den Grosseltern ignoriert
- Erziehungsstil: Du setzt auf gewaltfreie Kommunikation — die Grosseltern drohen mit Konsequenzen aus einer anderen Generation
- Verwöhnen: Grosseltern neigen dazu, den Enkeln jeden Wunsch zu erfüllen
- Ungebetene Ratschläge: «Wir haben das früher auch so gemacht, und ihr seid auch gross geworden»
So gelingt die Zusammenarbeit
1. Führe ein offenes Gespräch — VOR dem Start
Setz dich mit den Grosseltern zusammen, bevor die regelmässige Betreuung beginnt. Besprich folgende Punkte:
- Wie viele Tage pro Woche? Welche Tage? Feste oder flexible Zeiten?
- Wo findet die Betreuung statt? Bei dir oder bei den Grosseltern?
- Welche Regeln gelten? (Ernährung, Medienkonsum, Schlafzeiten, Ausflüge)
- Was passiert bei Krankheit — des Kindes oder der Grosseltern?
- Wer springt ein, wenn Grosseltern ausfallen?
2. Respektiere Grenzen — in beide Richtungen
- Grosseltern dürfen «Nein» sagen, wenn es ihnen zu viel wird
- Eltern dürfen Erziehungsregeln setzen, die respektiert werden müssen
- Beide Seiten brauchen das Recht, das Arrangement jederzeit anzupassen
3. Schreibe die wichtigsten Punkte auf
Das muss kein formeller Vertrag sein — aber eine einfache schriftliche Vereinbarung hilft, Missverständnisse zu vermeiden. Halte fest:
- Betreuungstage und -zeiten
- Die wichtigsten Regeln
- Entschädigung (Höhe, Zahlungsweise)
- Ferienregelung
- Kündigungsfrist (ja, auch unter Familienmitgliedern!)
4. Unterscheide «Grosseltern-Tage» von «Betreuungstagen»
Ein hilfreicher Ansatz: An den vereinbarten Betreuungstagen gelten deine Regeln. Wenn die Grosseltern darüber hinaus Zeit mit den Enkeln verbringen (Wochenende, Ferien), dürfen sie lockerer sein. Diese Unterscheidung nimmt viel Druck raus.
5. Zeige Dankbarkeit
Vergiss nie: Grosseltern betreuen aus Liebe, nicht aus Pflicht. Ein ehrliches «Danke» und regelmässige Wertschätzung sind das Fundament einer funktionierenden Betreuungsbeziehung.
Risiken und Belastungsgrenzen
So wertvoll die Grosseltern-Betreuung ist — sie hat auch Grenzen. Als Eltern musst du diese Grenzen erkennen und respektieren.
Überlastung erkennen
Grosseltern geben selten zu, dass ihnen die Betreuung zu viel wird. Achte auf diese Warnsignale:
- Häufige Absagen oder gesundheitliche Beschwerden
- Gereiztheit oder Ungeduld gegenüber dem Kind
- Erschöpfung nach dem Betreuungstag — mehr als nur «gesunde Müdigkeit»
- Rückzug von eigenen Aktivitäten, Hobbys und Freundschaften
- Anspielungen wie «Es ist schon streng» oder «Früher war das einfacher»
Gesundheitliche Aspekte
Mit zunehmendem Alter der Grosseltern steigen auch die Risiken:
- Körperliche Belastung: Kleinkinder hochheben, auf dem Boden spielen, Treppen steigen — das kann für ältere Menschen anstrengend sein
- Reaktionsfähigkeit: Bei Stürzen oder Notfällen müssen Grosseltern schnell reagieren können
- Chronische Erkrankungen: Rückenprobleme, Herzerkrankungen oder eingeschränkte Mobilität können die Betreuungsfähigkeit beeinträchtigen
- Medikamente: Manche Medikamente beeinflussen die Aufmerksamkeit und Reaktionszeit
Was du tun kannst
- Begrenze die Betreuungstage. Zwei Tage pro Woche sind für die meisten Grosseltern gut machbar. Fünf Tage sind für fast alle zu viel.
- Passe die Betreuung dem Alter an. Ein 3-Jähriger ist deutlich anstrengender als ein 7-Jähriger. Wenn die Kinder kleiner sind, reduziere die Belastung.
- Plane Pausen ein. Ferienwochen, in denen die Grosseltern frei haben, sind wichtig. Auch unter dem Jahr sollte es Auszeiten geben.
- Sprich regelmässig über die Belastung. Frage aktiv nach, wie es den Grosseltern geht — und nimm die Antwort ernst.
- Habe einen Plan B. Was machst du, wenn die Grosseltern ausfallen? Eine Kita-Anmeldung als Backup kann sinnvoll sein.
Das Kombinations-Modell: Grosseltern + Kita
Das beliebteste Modell vieler Schweizer Familien ist die Kombination aus Grosseltern-Betreuung und institutioneller Betreuung. Es verbindet das Beste aus beiden Welten.
Typische Aufteilung
| Tag | Betreuung | Vorteile |
|---|---|---|
| Montag | Kita | Soziale Kontakte, Struktur, professionelle Förderung |
| Dienstag | Grosseltern | Individuelle Betreuung, familiäre Wärme |
| Mittwoch | Kita | Pädagogisches Programm, andere Kinder |
| Donnerstag | Grosseltern | Flexibilität, Ausflüge, persönliche Zeit |
| Freitag | Eltern / frei | Familienzeit |
Dieses 2+2-Modell (zwei Tage Kita, zwei Tage Grosseltern) hat sich als goldener Mittelweg bewährt.
Vorteile des Kombinations-Modells
- Soziale Entwicklung: In der Kita lernt dein Kind, mit Gleichaltrigen umzugehen, Konflikte zu lösen und sich in einer Gruppe zurechtzufinden. Bei den Grosseltern bekommt es die individuelle Aufmerksamkeit, die in der Kita manchmal zu kurz kommt.
- Entlastung der Grosseltern: Zwei Tage pro Woche sind für die meisten Grosseltern gut leistbar, ohne dass es zur Überlastung kommt.
- Kostenersparnis: Statt fünf Tage Kita zahlst du nur für zwei bis drei Tage. Bei einem durchschnittlichen Tagessatz von 120 CHF sparst du mehrere Hundert Franken pro Monat.
- Flexibilität: Wenn die Grosseltern mal ausfallen, hast du trotzdem eine verlässliche Struktur durch die Kita.
- Breite Förderung: Dein Kind profitiert von professioneller Frühförderung in der Kita UND von der emotionalen Tiefe der Grosseltern-Beziehung.
Herausforderungen und Lösungen
- Unterschiedliche Regeln: Kitas haben klare Strukturen. Grosseltern sind oft flexibler. Versuche, die wichtigsten Regeln überall gleich zu halten (z. B. Schlafzeiten, Essenszeiten).
- Übergänge: Manche Kinder tun sich schwer mit dem Wechsel zwischen verschiedenen Betreuungsorten. Eine feste Wochenstruktur hilft, Routine aufzubauen.
- Kommunikation: Informiere sowohl die Kita als auch die Grosseltern über den Wochenplan. Teile relevante Informationen (Kind hat schlecht geschlafen, Arztbesuch steht an) mit allen Betreuungspersonen.
Tipp: Auf maus.kids findest du Kitas, Spielgruppen und Tagesmütter in deiner Nähe, die auch Teilzeit-Plätze anbieten — ideal für das Kombinations-Modell.
Besondere Situationen
Grosseltern-Betreuung bei Trennung oder Scheidung
Wenn sich Eltern trennen, kann die Grosseltern-Betreuung zu einem komplexen Thema werden. Grundsätzlich gilt: Das Kindeswohl steht im Zentrum. Grosseltern beider Seiten sollten weiterhin eine Rolle im Leben des Kindes spielen können. Allerdings braucht es klare Absprachen, welche Grosseltern an welchen Tagen betreuen — besonders wenn die Betreuung mit dem Besuchsrecht verknüpft ist.
Mehr dazu in unserem Ratgeber Alleinerziehend: So findest du die passende Betreuung.
Grosseltern, die weit weg wohnen
Nicht alle Familien haben das Glück, dass Oma und Opa um die Ecke leben. Wenn die Grosseltern weiter entfernt wohnen, kann die regelmässige Betreuung schwierig sein. Mögliche Lösungen:
- Block-Betreuung: Die Grosseltern kommen für eine Woche und betreuen intensiv, dafür nicht jede Woche
- Ferienbetreuung: Grosseltern übernehmen die Betreuung in den Schulferien oder Kita-Schliesszeiten
- Digitaler Kontakt: Videoanrufe können die Beziehung auch zwischen den physischen Treffen aufrechterhalten
Wenn nur ein Grosselternteil betreut
Häufig ist es die Grossmutter, die den Grossteil der Betreuung übernimmt. Das kann zu Ungleichgewichten führen. Ermutige auch den Grossvater, aktiv zu sein — viele Opas blühen auf, wenn sie eine eigene Betreuungsrolle übernehmen.
Checkliste: Grosseltern-Betreuung richtig aufgleisen
Verwende diese Checkliste, bevor die regelmässige Betreuung startet:
- Offenes Gespräch mit den Grosseltern über Erwartungen und Grenzen geführt
- Betreuungstage und -zeiten verbindlich vereinbart
- Wichtigste Regeln (Ernährung, Medien, Schlaf) besprochen und notiert
- Entschädigung vereinbart und Zahlungsweg festgelegt (Banküberweisung!)
- Notfallplan erstellt: Was passiert bei Krankheit der Grosseltern?
- Kontaktliste hinterlegt: Kinderarzt, Notfall, Nachbarn
- Allergien und Medikamente des Kindes kommuniziert
- Versicherungsfragen geklärt: Haftpflicht der Grosseltern deckt Betreuung?
- Ferienplanung abgesprochen: Wann haben die Grosseltern frei?
- Plan B organisiert: Alternative Betreuung für Ausfälle
- Steuerabzug vorbereitet: Nachweis der Zahlungen sicherstellen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich die Betreuung durch Grosseltern steuerlich abziehen?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Die Grosseltern dürfen nicht im selben Haushalt leben, mindestens ein Elternteil muss erwerbstätig sein, das Kind muss unter 14 Jahre alt sein, und es muss eine Entschädigung gezahlt (und dokumentiert) werden. Der Abzug beträgt maximal CHF 25'500 bei der direkten Bundessteuer. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Steuerabzug.
Wie viele Tage pro Woche sollten Grosseltern maximal betreuen?
Die meisten Fachleute und Betroffenen empfehlen ein bis zwei Tage pro Woche als gutes Mass. Bei drei oder mehr Tagen steigt das Risiko der Überlastung deutlich — besonders wenn die Grosseltern schon über 70 sind oder gesundheitliche Einschränkungen haben. Ein Kombinations-Modell mit einer Kita ist in den meisten Fällen die nachhaltigere Lösung.
Muss ich die Grosseltern für die Betreuung bezahlen?
Rechtlich gesehen: nein. Es gibt keine Pflicht, Grosseltern für die Betreuung zu entschädigen. Wenn du allerdings den Steuerabzug nutzen willst, muss eine nachweisbare Zahlung erfolgen. Unabhängig von der Steuer empfehlen wir, zumindest die Auslagen (Essen, Ausflüge, Material) zu decken und regelmässig Wertschätzung zu zeigen.
Was tun, wenn Grosseltern andere Erziehungsvorstellungen haben?
Das Wichtigste ist ein offenes, respektvolles Gespräch — am besten bevor Konflikte entstehen. Definiere gemeinsam die nicht verhandelbaren Regeln (z. B. Sicherheit, Allergien) und die Bereiche, in denen die Grosseltern freier agieren dürfen. Der Grundsatz «An Betreuungstagen gelten eure Regeln, an Grosseltern-Tagen dürft ihr lockerer sein» kann helfen, Spannungen abzubauen.
Sind die Grosseltern versichert, wenn beim Betreuen etwas passiert?
Die private Haftpflichtversicherung der Grosseltern deckt in der Regel Schäden ab, die während der Betreuung entstehen — zum Beispiel wenn das Kind sich bei den Grosseltern verletzt. Prüfe trotzdem den Versicherungsschutz im Detail und kläre ab, ob die regelmässige Kinderbetreuung von der Police gedeckt ist. Im Zweifelsfall lohnt sich ein kurzer Anruf bei der Versicherung.
Fazit: Die richtige Balance finden
Grosseltern sind eine wunderbare Betreuungsressource — und in der Schweiz die mit Abstand wichtigste. Doch damit das Modell langfristig funktioniert, braucht es klare Absprachen, gegenseitigen Respekt und realistische Erwartungen.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Nutze den Steuerabzug. Auch eine kleine Entschädigung per Banküberweisung reicht als Nachweis.
- Überlaste die Grosseltern nicht. Zwei Tage pro Woche sind ideal — nicht fünf.
- Sprich offen über Regeln und Grenzen. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
- Kombiniere mit institutioneller Betreuung. Das 2+2-Modell (Grosseltern + Kita) vereint das Beste aus beiden Welten.
- Zeige Wertschätzung. Grosseltern betreuen aus Liebe. Vergiss nie, danke zu sagen.
Du suchst eine Kita oder Spielgruppe, die zur Grosseltern-Betreuung passt? Finde Betreuungsplätze in deiner Nähe — viele Anbieter auf maus.kids bieten flexible Teilzeit-Modelle an.
Quellen: Bundesamt für Statistik (BFS), Familienbericht 2024, Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV), kibesuisse, Pro Senectute Schweiz, Jacobs Foundation
«Switzerland has one of the most expensive childcare systems in the world. Transparency on costs and availability is the first step towards better work-life balance.»
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