Kita-Platz finden: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Einen guten Kita-Platz zu finden braucht Zeit, Organisation und die richtigen Fragen. Dieser Leitfaden führt dich durch den gesamten Prozess — von der ersten Recherche bis zur Eingewöhnung.

Timeline: Wann was tun

Zeitpunkt Was Warum
Schwangerschaft (ab 4. Monat) Recherche starten, erste Besichtigungen planen Wartelisten in Städten sind 6–12 Monate lang
6–9 Monate vor Bedarf Bei 3–5 Kitas anmelden Mehrfach-Anmeldungen erhöhen die Chancen
3–6 Monate vorher Zusagen vergleichen, Vertrag prüfen Zeit für Verhandlungen und Planänderungen
4–6 Wochen vorher Eingewöhnung vorbereiten Kind und Eltern brauchen Vorbereitung
2 Wochen vorher Eingewöhnung beginnen Schrittweise, nach dem Berliner Modell

Nicht stressen: Diese Timeline ist ideal, aber nicht in Stein gemeisselt. Auch kurzfristig findest du manchmal freie Plätze — besonders auf maus.kids, wo du aktuelle Verfügbarkeiten siehst.

Schritt 1: Bedarf klären

Bevor du suchst, beantworte diese Fragen:

  • Wie viele Tage pro Woche brauchst du Betreuung?
  • Ganztags oder halbtags? (Die meisten Kitas bieten beides an)
  • Ab wann brauchst du den Platz? (Wiedereinstieg nach Mutterschaftsurlaub? Arbeitsbeginn?)
  • Wer bringt und holt ab? Das bestimmt, wo die Kita sein soll: Nähe Wohnort oder Arbeitsort?
  • ÖV, Velo oder Auto? Erreichbarkeit im Alltag ist entscheidend
  • Budget? Erkundige dich vorab bei deiner Gemeinde nach Subventionen

Schritt 2: Kitas finden und vorselektieren

Wo suchen:

  • Auf maus.kids — alle Betreuungsformen auf einer Plattform
  • Bei deiner Gemeinde (manche führen eigene Listen)
  • Beim Amt für Jugend oder der Fachstelle Kinderbetreuung deiner Gemeinde

Worauf beim Vorselektieren achten:

  • Liegt die Kita auf meinem täglichen Weg?
  • Hat sie freie Plätze für das Alter meines Kindes?
  • Passt das pädagogische Konzept zu unserer Vorstellung?
  • Liegt der Preis im Budget (oder gibt es subventionierte Plätze)?
  • Hat die Kita eine kantonale Bewilligung?

Schritt 3: Besichtigung — die 20 wichtigsten Fragen

Eine Besichtigung dauert in der Regel 30–60 Minuten. Geh mit offenen Augen hin — und mit dieser Liste:

Pädagogik & Alltag

  1. Welches pädagogische Konzept verfolgt ihr? (Montessori, Waldorf, situationsorientiert, etc.)
  2. Wie sieht ein typischer Tagesablauf aus?
  3. Wie wird das freie Spiel gefördert?
  4. Wie viel Zeit verbringen die Kinder draussen?
  5. Wie geht ihr mit Konflikten zwischen Kindern um?

Personal & Qualität

  1. Wie ist der Betreuungsschlüssel? (Empfehlung: 1:3 für Babys, 1:6 für Kleinkinder)
  2. Wie viele Mitarbeitende haben eine Fachausbildung (FaBe EFZ, HF)?
  3. Wie hoch ist die Personalfluktuation? (Stabilität = Sicherheit für das Kind)
  4. Hat die Kita ein Qualitätslabel (QualiKita)?
  5. Gibt es regelmässige Weiterbildungen für das Team?

Eingewöhnung

  1. Wie läuft die Eingewöhnung ab? (Berliner Modell empfohlen)
  2. Wie lange dauert die Eingewöhnung? (Minimum 1–2 Wochen)
  3. Kann ich als Elternteil während der Eingewöhnung dabei sein?
  4. Was passiert, wenn mein Kind weint und sich nicht beruhigen lässt?

Praktisches

  1. Was sind die genauen Öffnungszeiten?
  2. Wie viele Betriebsferien gibt es pro Jahr? (Und: Zahle ich trotzdem?)
  3. Sind Mahlzeiten im Preis inbegriffen? Wie wird gekocht? (Bio, frisch, Catering?)
  4. Wie funktioniert die Kommunikation mit Eltern? (App, Gespräche, Elternabende?)
  5. Was sind die Kündigungsfristen?
  6. Was mache ich, wenn mein Kind krank ist? (Ab wann muss es zu Hause bleiben?)

Tipp: Lass auch dein Bauchgefühl sprechen. Achte darauf, wie die Betreuungspersonen mit den Kindern umgehen. Sind sie aufmerksam? Gehen sie auf Augenhöhe mit den Kindern? Wirken die Kinder entspannt?

Schritt 4: Anmelden

  • Melde dich bei 3–5 Kitas gleichzeitig an — das ist üblich und kein Problem
  • Kläre, ob eine Anmeldegebühr fällig wird (manchmal CHF 50–100, nicht immer rückerstattbar)
  • Frag nach der voraussichtlichen Wartezeit
  • Bei subventionierten Plätzen: Kläre mit der Gemeinde, ob du berechtigt bist

Schritt 5: Vertrag prüfen

Bevor du unterschreibst, prüfe:

  • Tarif und was genau enthalten ist
  • Kündigungsfrist (üblich: 2–3 Monate)
  • Regelung bei Krankheit und Ferien
  • Zahlungsbedingungen (monatlich im Voraus?)
  • Versicherungsschutz (Haftpflicht, Unfall)
  • Einverständniserklärungen (Fotos, Ausflüge, Medikamente)

Schritt 6: Eingewöhnung

Die Eingewöhnung ist der wichtigste Moment. Die meisten Kitas arbeiten nach dem Berliner Modell:

Woche 1: Grundphase

  • Kind besucht die Kita mit einem Elternteil (1–2 Stunden)
  • Elternteil bleibt im Raum, hält sich aber zurück
  • Bezugserzieherin baut Kontakt zum Kind auf

Woche 2: Trennungsphase

  • Erste kurze Trennung (30–60 Minuten)
  • Elternteil bleibt in der Nähe (aber nicht im Raum)
  • Dauer wird schrittweise verlängert

Woche 3–4: Stabilisierungsphase

  • Kind bleibt für längere Zeiten, inkl. Mittagessen und Mittagsschlaf
  • Elternteil ist telefonisch erreichbar
  • Eingewöhnung gilt als abgeschlossen, wenn das Kind sich von der Bezugserzieherin trösten lässt

Jedes Kind ist anders. Manche Kinder sind nach einer Woche eingewöhnt, andere brauchen vier Wochen oder länger. Das ist völlig normal. Lass deinem Kind die Zeit, die es braucht.

→ Ausführlicher Ratgeber: Kita-Eingewöhnung

«Die Schweiz hat eines der teuersten Kinderbetreuungssysteme der Welt. Transparenz bei Kosten und Verfügbarkeit ist der erste Schritt zu besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf.»

Mathias Scherer
Gründer, maus.kids

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